Ballhaus

Das Ballhaus besteht bereits seit über 200 Jahren. Allerdings wurde es zu Beginn seines Bestehens als Hoftheater genutzt. Es befindet sich am Kasseler Schloss am nördlichen Flügel im sogenannten Kastanienwäldchen und wurde einst im Auftrag des Königs Jérôme Napoleon errichtet. Der Architekt, der sich dieser Herausforderung stellte, war Leo von Klenze, der allerdings noch keinerlei praktische Erfahrungen als „königlicher Architekt“ besaß und erst zwei Jahre zuvor diese Stelle angetreten hatte.

Zu Beginn des Jahres 1810 wurde nach umfangreicher Planung mit dem Bau des heutigen Wilhelmshöher Ballhauses begonnen und nach nur neun Monaten war dieser bereits wieder abgeschlossen. König „Lustigk“, so der Name des Königs im Volksmund, konnte fortan gemeinsam mit seinem zumeist französischen Hofstaat den ersten Aufführungen von Theaterstücken beiwohnen.

Bis in das Jahr 1813 hinein wurden hier Theaterstücke aufgeführt. Dann jedoch kam es zum Zusammenbruch Westfalens und der Landesherr Wilhelm I., der später als Kurfürst auftrat, hegte zunächst den Plan, das einstige Hoftheater abreißen zu lassen.

Nach einer Nutzung über weitere 15 Jahre hinweg, wurde das Hoftheater jedoch schließlich zum Ballhaus umfunktioniert. Der Auftrag für dieses Vorhaben wurde Johann Conrad Bromeis im Jahre 1828 übertragen. Nach dem Umbau wurde das einstige Hoftheater von nun an als „Tanzsaal für das Publicum“ genutzt. Die Arbeiten an den Außenfassaden nahmen nur wenige Monate in Anspruch, die im Innenbereich dauerten insgesamt zwei Jahre.